Ein Schreiben in den Gemeindeakten mit folgendem Wortlaut weist auf die Gründung der Nieferner Feuerwehr hin:
Da seit einiger Zeit einige unserer hiesigen Bürger den Wunsch äußerten, man möchte den Versuch machen, ob man nicht im Stande wäre, in hiesiger Gemeinde ein Feuerwehr-Corps zu errichten, indem es ein großes Interesse für die Gemeinde darbieten würde. So hat man am 17. dieses Monats (17. November 1861) eine Einladung an viele hiesige Bürger zu einer Versammlung ergehen lassen, welche mit aller Freudigkeit angenommen und auch sehr zahlreich vertreten wurde. In dieser Versammlung wurde beschlossen, dass man eine Liste in der hiesigen Gemeinde zirkulieren lassen möchte und diejenigen Mitglieder der Gemeinde, welche sich für diese Sache, die ja für einen jeden Bürger von großem Wert ist, interessierten, möchten ihre Namensunterschrift geben und zugleich bemerken, welchen freiwilligen Beitrag sie zur Errichtung einer Feuerwehr leisten wollen.
In der gut besuchten Gründungsversammlung im Gasthaus zum "Lamm" wurde ein vorläufiger Vorstand gewählt. Er bestand aus dem Bürgermeister Jakob Seidel, dem Kaufmann Karl Hufnagel und dem Verwalter Wilhelm Gräßle.
Ihr Aufruf an alle Einwohner fand großen Widerhall. In wenigen Tagen schon hatten 88 Bürger schriftlich ihren Beitritt zu dieser freiwilligen Feuerwehr erklärt.
Die Wehr erhielt drei Abteilungen, Obmann der Arbeitsmannschaft wurde der Maurer Christoph Issel, die Rettungsmannschaft führte der Metzger Johann Georg Boden und die Spritzenmannschaft unterstand dem Schuhmacher Daniel Lutz.
Um die neu gegründete Wehr auszurüsten, gab die Gemeinde selbst einen Beitrag von 200 Gulden. Von Privatpersonen wurden insgesamt 229 Gulden gestiftet. Damit konnte die nötige Ausrüstung angeschafft werden.
Da die noch vorhandene, schon über 100 Jahre alte, Feuerspritze nicht mehr viel taugte, stiftete der Besitzer der Papierfabrik, Herr Theodor Bohnenberger, eine neue fahrbare zweirädrige Saugspritze im Wert von 1000 Gulden. Damit stand die neue Wehr, und sie konnte auch bald bei Bränden in Öschelbronn und Würm ihr Können beweisen.
Das Jahr 1880 brachte den ersten Wechsel in der Leitung der Feuerwehr. Der hiesige Kommandant Karl Friedrich Hauser, der sich bei der Gründung und Organisation der Feuerwehr große Verdienste erworben hatte, verzog nach Pforzheim. Zu seinem Nachfolger wählte man Maurermeister Anton Huber. Da dieser jedoch zwei Jahre später nach Amerika auswanderte, erwählte sich die Wehr Fabrikant Karl Bellmer zu ihrem Kommandanten. Drei volle Jahrzehnte, von 1882 bis zu seinem Tode im Jahre 1912, hatte er diesen Posten inne. Er hat seiner Feuerwehr in diesen langen Jahren nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld geopfert.

1886, 25-jähriges Bestehen
Alle Reparaturen ließ er in seiner Firma unentgeltlich durchführen und oft stellte er seine Arbeiter für Zwecke der Feuerwehr zur Verfügung. Seine uneigennützige Gesinnung und Hilfsbereitschaft verdient auch heute noch lobende Anerkennung. Nach 1892 begann eine Blütezeit der Nieferner Feuerwehr. Die Mitgliederzahl stieg stetig und erreichte bis zum 50 jährigen Jubiläum einen Stand von 143 aktiven und 47 passiven Mitgliedern.
Am 10. Dezember 1903 wurde die erste Wasserleitung in Niefern in Betrieb genommen und stellte die Feuerwehr vor neue Aufgaben. Sie musste anders eingeteilt und ausgebildet werden und die Gemeindeverwaltung beschaffte Hydrantenwagen, neue Schläuche und Strahlrohre.